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mondholz®-Ernte mondholz® aus dem Winter 1999/2000 Morgen den 4. Dezember 1999 war alles ein wenig anders.
Andrea und Rico Florinett in Bergün, hatten diese Jahr eingewilligt einen Anteil der diesjährigen Holzernte "zur richtigen Zeit", als mondholz® zu Fällen. Weil immer öfters Bauherren und Käufer, Holz auch wieder in Nasszonen und für hohe Belastungen und Spezialnutzung anwenden, muss vermehrt wieder auf altes, überliefertes Wissen zurückgegriffen werden. So entstand aus Holzverarbeitern eine Forschungsgruppe. In dieser Holzverarbeitergruppe ist der - Säger Andy Brühwiler aus Lenggenwil - Zimmermann Josef Schildknecht aus Waldkirch - Schreiner Georg Fischer aus Häggenschwil sowie weitere "ad hoc Mitarbeiter". mondholz® hiess das Schlüsselwort, welche diese unterschiedlichen Menschen zusammenführte. Man wollte am richtigen Tag die benötigten Bäume fällen und hatte sich dementsprechend umgesehen, orientiert und schlau gemacht. Aber sie stellten fest, das je nach Bauernkalender, Fachliteratur, Buchausgabe, verschiedene Tage, Zeiten und Aspekte in Frage kamen. Und aus diesem Grunde schlüpfte noch eine zusätzliche Person in die Gruppe hinein: - Isi Bättig, Rutengänger und Baubiologe aus St.Gallen.
Er richtete schon immer seine Arbeiten, Messungen und Beratungen nach dem Mond-Stand ein und erarbeitete mit Josef Schildknecht auch die notwendigen Termin-Informationen für die Arbeitsgruppe mondholz GmbH. Am Morgen des 4. Dezember 1999 war der Mond bis Abends um 21:00 Uhr vor dem Kältezeichen Jungfrau, für Wurzelimpuls, der Mond war abnehmend, der Mond ging nidsigen, es war Pflanzzeit (nach Sternenkalender) Doch für die bessere Holzqualität des mondholz® braucht es noch zusätzliche Aufwendungen und Berücksichtigungen in der Holzernte. Der Baum soll in hoher Lage stehen, er soll im Nordhang stehen und gleichmässig gewachsen und gesund sein. Der Baum musste hangabwärts fallen und durfte nicht ausgeastet werden. Und darum konnte er noch nicht aus dem Wald weggenommen werden.
Am 4. Dezember 1999 fuhren der Forstunternehmer Andrea Florinett, Forstwart Hansjörg Habegger und 3.-Jahr-Forstwartlehrling Linard Meng in das vorgewählte Wald-Erntegebiet ob Bergün und begannen, mondholz® zu fällen.
Etwa um 11 Uhr unterbrachen sie ihre Arbeit für kurze Zeit um mit den aus dem Unterland angereisten Zimmermann Josef Schildknecht und Baubiologen Isi Bättig fachliche und terminliche Details zu besprechen und festzulegen. . Die Ernte erzeugt schon beim Fällen bedeutende Mehrarbeit mit Kostenfolge. Weil immer hangabwärts gefällt werden muss, kann der Baum in steilen Gelände durch seine höhere Fall- geschwindigkeit öfters splittern, brechen und weitere Bäume beschädigen. Weil er nicht sofort entastet werden darf, damit er natürlicher austrocknet, ist er nicht sofort transportfähig, bleibt also im Wald liegen, was zudem noch unordentlich wirkt.
Weil der Baum in einer Kälte-Mondzeit geerntet wird, wären auch die Zufahrtswege belastbarer als nach den jeweiligen Tauwetter, wenn man den Baumstamm ausastet und endlich herausholen kann. 
Auch die Rücksichtnahme auf die wenigen, als günstig erachteten Mond-Zeiten sind in der heutigen Arbeitseinsatz-Planung personell und finanziell belastend. Der heutige Samstag wäre arbeitsfrei und den Familien zur Verfügung gestanden. Mittagessen-Unterbrechung und mondholz®. Als wir beim Bruder und Forstunternehmungs-Teilhaber, Rico Florinett und seiner Familie in Bergün in seinem alten Bündnerhaus zum Mittagessen eingeladen wurden, weitere Arbeiter und wir am grossen Tisch in der Küche sassen, erkannten wir noch weiter Zusammenhänge. Diese Menschen erleben das Holz, die Bäume, die Wälder intensiver und emotioneller als wir Unterländer und Städter. Das Holz schützt ihre Dörfer vor Steinschlag und Lawinen, gibt Ihnen ein sicheres Dach über der Familie, verschönert ihre Decken und Wände, dient ihnen als Bett, Tisch und Werkzeug, ist Alltag und Kultur, Banales und Kunst. Bergün im Albulatal
Was wären alle Gegenden des Bündnerlandes ohne Holz? Nach währschaftem, ausgiebigem Mittagessen mit festlichem Kuchen zum Kaffee verabschieden wir uns und brechen auf zur exklusiven mondholz®-Ernte. Am 4. Dezember 1999, Nachmittags fährt die kleine Gruppe mit dem allradgetriebenen Toyota der Forstunternehmung Florinett hinter Bergün (1'370 m ü.M.) nordöstlich ins Val Tuors hoch. Beim Brüggli über den Ava da Tuors bei 1'540 m ü.M. parkieren wir im Schnee. 
Die Forstmänner behändigen das notwendige Werkzeug aus dem Wagen und hintereinander gehen wir in den Nord-Westhang des Piz Darlux ins Plan Tizolas hinein. In südwestlicher Richtung, vorbei am intensiv be- hackten Spechtbaum kommen wir bei einer steilen, befestigten Forststrasse auf einer Höhe von 1'660 müM (Meter über Meer) ins Erntegebiet. Vor einiger Zeit war Andrea Florinett schon einmal hier, um mit zwei Musikinstrumentenbauer aus St.Moritz und St.Gallen einen passenden Baum für sein benötigtes Instrumenten-Holz auszuwählen. Dass es mondholz® sein sollte, war ebenfalls eine seiner Bedingung. Sechs Fichten wurden damals mit den Nr. 1 bis 6 markiert. Wir treffen als erste auf die Nr. 4. Die drei Forstleute besprechen sich kurz und bestimmen die Fallrichtung.. Sie legen fest, dass 3.-Jahr-Forstwartlehrling Lienard Meng das erste mondholz® fälle. Er schneidet erst die Wurzelstock-Verdickungen aus. Anschliessend schneidet er den Fäll-Keil aus den Stammende aus und kontrolliert den Auskippwinkel, den er anschliessend noch exakter korrigiert. Dann setzt er den Fäll-Schnitt. . Vor dem letzten Durchschneiden gibt er den Warnruf, schneidet den Stamm ganz durch und der Baum fällt in die geplante Lücke zwischen jüngeren Bündner-Fichten. . Da liegt er nun, unterhalb seines Wurzelstockes und seine Krone reicht bis hinunter zum Forst- und Wanderweg. 
Sofort wird der Stock begutachtet, die Jahrringe gezählt und die darin sichtbaren Ereignisse aus dem Leben des Baumes analysiert, soweit sich diese im Jahrringmuster eingetragen haben (nasse und trockene Jahre, auch Kälte und Wärme, Steinschläge, Verletzungen usw), dann die grosse Überraschung, die Fichte Nr. 4 ist 279-jährig(!) ruft Josef, das ergibt natürlich ein tolles Bild und Isi will auch darauf. Viel später, erst im neuen Jahr, wenn die Schneeschmelze es zulässt, wird das mondholz® dann ausgeastet, auf die erwünschte Länge zugesägt und zum RhB-Bahnhof Bergün transportiert. Auf spezielle Holz-Waggons geladen zieht sie eine schmucke, rote Lok der Rhätischen Bahn, vielleicht die Lok Nr.618 namens Bergün/Bravuogn ins Unterland oder weiter und niemand weiss, das diese schönen Stämme etwas besonderes sind ... 
Atikel: Isi Bättig, Rutengänger und Baubiologe®, Text+Bilder © 21. April 2004 .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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